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WIE MITARBEITER SELBSTVERTRAUEN BEKOMMEN

Selbstvertrauen, Entwicklung, Aufgabe, Führung, Torsten Osthus

Manchmal entwickeln sich Mitarbeiter nicht weiter, weil ihnen das Selbstvertrauen fehlt. Na, nicht nur manchmal, sondern meiner Erfahrung nach sogar ziemlich oft.

Die Frage ist: Was sollte eine Führungskraft dann tun?

Zutrauen

Ein Vorschlag für Sie: Geben Sie solchen Mitarbeitern neue Aufgaben. Was passiert dann?

Ein langjähriger Mitarbeiter von mir, der diese Situation gut kennt, beschrieb es so: „Torsten, du machst mir eine Tür auf – zu einer neuen Aufgabe. Ich gehe durch diese Tür, in den neuen Raum. Die Aufgabe ist jedes Mal völlig anders, aber eines ist immer gleich: der Nebel. Und die Angst.“

Als ich das hörte, bin ich erstmal erschrocken: Nebel? Angst? Ich will meine Mitarbeiter doch nicht bedrohlichen, unübersichtlichen Situationen aussetzen. Und schon gar nicht will ich ihnen Angst machen!

Aber ich wusste ja, was ich tue. Ich traute diesem Mitarbeiter mehr zu als er sich selbst. Im Gegensatz zu ihm war mir völlig klar, dass er den neuen Raum erkunden und in die Aufgabe hineinwachsen würde. Ich spürte seine Angst, aber ich hatte keine Angst, ich wusste, er kann mehr. Ich war der Meinung, dass er sich selbst deutlich zu wenig zutraute. Und ich dachte: Wenn ich ihn jetzt nicht schubse, dann geht er nie von alleine durch die Tür. Dann wird er nie sein Potenzial entfalten. Darum schubste ich ihn.

Schubsen mit Augenmaß

Ja, das war unsanft. Ich habe bei ihm bestimmt für die eine oder andere schlaflose Nacht gesorgt. Darf ich das? Schwer zu sagen. Es ist selbstverständlich ein Stück weit übergriffig, einen Mitarbeiter absichtlich einer Situation auszusetzen, der er (noch) nicht gewachsen ist.

Und das kann auch schief gehen. Ich kann mich verschätzen, der Sprung kann zu groß sein. Ich muss als Führungskraft sehr, sehr verantwortlich mit so einem Schubser umgehen und muss ihn genau dosieren.

Aber andererseits: Würde ich solche Herausforderungen und gezielte Reize unterlassen, wäre das nicht noch viel unverantwortlicher? Wachstumsräume liegen immer jenseits der Komfortzone. Und ein Team, das nicht an seinen Aufgaben wächst, sondern stagniert, ist in meinen Augen schlecht geführt.

Kein Friede, keine Freude, kein Eierkuchen

Manche Mitarbeiter wachsen nicht von selbst. Sie müssen herausgefordert werden. Von Ihnen! Das kann zugegebenermaßen zu eher unharmonischen Phasen führen. Aber dann werden sie sich prächtig entfalten. Ihr Selbstvertrauen wächst mit den Aufgaben, die Sie ihnen zutrauen.

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