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ALLE JAHRE WIEDER

Haben Sie schon mit Ihrem Chef über die Erreichung Ihrer Ziele und Ihren diesjährigen Bonus gesprochen?

Bevor jedoch ein möglicher Bonus ausgezahlt wird, müssen erst einmal Ziele vereinbart und auch erreicht werden. Die Internetseiten karrierebibel.de, managerSeminare und diverse Managementportale liefern Musterformulare und Checklisten für die Zielvereinbarungs- und -verfolgungsgespräche. Zahlreiche Seminaranbieter bringen Führungskräften bei, wie es geht und worauf es ankommt. In vielen Unternehmen gibt es feste Abläufe, wie diese Gespräche zu führen sind. Solche klaren Abläufe sind notwendig, um auch die Vergleichbarkeit im gesamten Unternehmen und eine faire Beurteilung zu gewährleisten. Aber:

Oft schauen Unternehmen nicht ausreichend danach, dass die Ziele der einzelnen Mitarbeiter auf die Unternehmensziele ausgerichtet sind. Viele Vereinbarungen beinhalten mittlerweile Ziele des Unternehmens, des Teams oder Bereiches und zudem noch persönliche Aspekte. Aber ein durchgängiger Abgleich, ob die individuellen Ziele auch zur Erreichung des Unternehmensziels beitragen, findet selten statt. Sicher ist es ein anspruchsvoller Spagat: Je allgemeiner die Ziele, desto geringer die Motivation für den Mitarbeiter, sie erreichen zu wollen. Je individueller sie jedoch gesteckt werden, desto größer ist die Gefahr, dass jeder nur an seinem eigenen Ziel schraubt und keinen Blick für das Ganze hat. Im schlimmsten Fall sind individuelle Ziele sogar kontraproduktiv für das Unternehmen.

Das fängt schon ganz oben an: Stellen Sie sich ein Unternehmen mit drei Geschäftsführern vor. Der CEO ist verantwortlich für den Gewinn, ein Geschäftsführer verantwortet den Umsatz und der COO muss gemäß Zielvereinbarung für die Auslastung der Mitarbeiter in Projekten sorgen. Das wird dazu führen, dass einer unabhängig von der Profitabilität den Umsatz in die Höhe treibt. Der andere wird nur darauf bedacht sein, Projekte zu gewinnen, ohne zu prüfen, ob das sinnvoll und profitabel ist. Ein gemeinsames Ziel für alle drei Geschäftsführer, zum Beispiel Auftragseingang x, einen Umsatz y in Verbindung mit einem Gewinn z, würde zu gleich gerichteten Interessen führen und den gemeinsamen Weg klar definieren.

Das lässt sich beliebig auf alle Hierarchieebenen runterbrechen, beispielweise ein gemeinsames Teamziel kombiniert mit individuellen Zielen, die alle auf das Teamziel ausgerichtet sind. So dient das Gesamtziel als Kompass für alle und damit sind jegliche Zielvereinbarungen auf die Wirkung für die Gesamtorganisation ausgerichtet.

Mit diesem Schema können dann für jeden Mitarbeiter der Organisation ganz individuelle Ziele vereinbart werden. Und diese müssen auch wirklich individuell sein. Was ich meine?

Damit ein Mitarbeiter seine vereinbarten Ziele auch erreichen kann, reicht es nicht aus das Jahr losgelöst von den vorherigen und den künftigen Geschäftsjahren zu betrachten. Viel wichtiger ist, dass Sie den Verlauf und die Entwicklung in die Beurteilung einfließen lassen. Und es genügt auch nicht, wenn Sie einmal, am Ende des Jahres gemeinsam mit Ihrem Mitarbeiter das Resultat feststellen. Ihre Aufgabe als Führungskraft ist es, Ihre Mitarbeiter bei der Zielerreichung zu begleiten. Nach einem halben Jahr können Sie beispielsweise noch gemeinsam Einfluss nehmen und den Weg zur Zielerreichung adjustieren. Gesteckte Ziele sind toll, aber erreichte Ziele sind für alle Beteiligten noch viel motivierender – und das nicht nur wegen einer möglichen Bonuszahlungen. Oder?

Herzlichst

Ihr Torsten Osthus

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