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MITARBEITER AM RICHTIGEN PLATZ

Mitarbeiter am richtigen Platz Talente

Beeindruckend! Die Mitarbeiterin hat ihren Job fest im Griff. Ihre Aufgaben erledigt sie pünktlich und grundsolide, alles läuft wie geschmiert. Eigentlich bestens.

Aber stopp! Nur eigentlich. Denn wenn Sie einen solchen Mitarbeiter haben, dann schauen Sie ihn sich besser genauer an: Ist er noch freudig bei der Arbeit und will oder kann er sich weiterentwickeln und wachsen, oder ist jeder Tag und jede Aufgabe wie alle anderen davor? Oder hat er sich vielleicht schon aufgegeben und kommt nur noch mit heruntergezogenen Mundwinkeln ins Büro?

Ich hatte einmal eine solche Mitarbeiterin. Einwandfreie Arbeitsleistung, aber ihr unglücklicher Anblick hat mich betrübt. Auch wenn ich ein Verfechter von Mitarbeiterentwicklung bin, wurde mir klar: Nicht jeder Mitarbeiter kann sich in jedem Kontext entwickeln. Der Rahmen muss für den Einzelnen stimmen. Und das bedeutet: Der Mitarbeiter muss am richtigen Platz sitzen.

Schlecht für den Erfolg

Leider ist es häufig so, dass Mitarbeiter am falschen Platz sitzen und die Führungskräfte dies nicht erkennen. So schmort beispielsweise ein Bühnenmensch im Entwicklungsbüro vor sich hin, obwohl er im Außendienst viel besser eingesetzt wäre. Oder der Akademiker wird in seiner Führungsposition von Tag zu Tag frustrierter, weil er zwar eine Leidenschaft für die Produkte hat, aber kein Interesse daran, mit Menschen zu arbeiten.

Das Problem: Wenn die Stellen nicht auf die besonderen Stärken der Mitarbeiter zugeschnitten sind und diese von ihrem Job nicht herausgefordert werden, steigt die Unzufriedenheit von Tag zu Tag. Und das kommt häufiger vor, als Sie vielleicht denken. Zudem ist dies ganz schön verschwenderisch, denn den Mitarbeitern fehlen die motivierenden Erfolgserlebnisse und dem Unternehmen geht viel des Mitarbeiterpotenzials verloren.

Ein Blick für Talente

Deshalb stellt sich die Frage, wie Sie herausfinden, ob ein Mitarbeiter am richtigen Platz sitzt. Die einfache Antwort: Ihre Haltung, Ihre Wahrnehmung und Ihr Verständnis.

Ob in einem Mitarbeitergespräch oder in jeder kleinen Interaktion: Hören Sie zu, schauen Sie hin und zeigen Sie Interesse für Ihre Mitarbeiter. Beobachten Sie bewusst, wie Ihr Mitarbeiter zu den Arbeitsergebnissen kommt, wie er sich fühlt oder wie er mit den Kollegen agiert. Hören Sie genau hin, wie Ihr Mitarbeiter etwas sagt und lesen Sie zwischen den Zeilen. Stellen Sie mehr Fragen, als dass Sie selber reden. Und zeigen Sie Verständnis für die Belange Ihrer Mannschaft.

In einer solchen Kultur des vertrauensvollen Austauschs trauen sich Mitarbeiter anzusprechen, wie wohl sie sich an ihrem Platz fühlen.

Aber allein auf diesen Austausch können sich Führungskräfte nicht verlassen. Sie brauchen selbst einen Blick für Talente – denn häufig wissen Menschen gar nicht, wo ihre Potenziale sind. Und dann liegt es an der Führungskraft, ihren Mitarbeitern zu helfen,ein klares Bild zu entwickeln und sich in kleinen Schritten dorthin zu bewegen.

Auf die Werte kommt es an

Vertrauensvolle Kommunikation und ein Blick für Talente sind jedoch noch nicht alles. Wenn Sie einen Mitarbeiter einer entsprechenden Stelle zuweisen wollen, sind die Werte, die er vertritt, ebenso wichtig. Wenn Sie beispielsweise einen Mitarbeiter haben, der erst kürzlich Vater geworden ist, dann sind die Werte Familie und Sicherheit bei ihm vermutlich stark gewichtet. Ihn auf eine Stelle zu setzen, in der viele Geschäftsreisen nötig sind, ist also nicht sonderlich ratsam.

Ich erlebe es immer wieder, dass Führungskräfte nicht wissen, was ihren Mitarbeitern wirklich wichtig ist. Dabei macht es einen großen Unterschied. Denn ein Controller ist beispielsweise nicht einfach ein Controller. Es gibt die, die es lieben, im Hintergrund für den Zahlenüberblick zu sorgen und Steuerungsfunktion zu übernehmen. Doch es gibt auch die Controller, die sehr gerne mit Menschen arbeiten, und deutlich mehr Freude daran hätten, wenn Sie die Controlling-Aufgaben in einem Kundenprojekt einsetzen könnten.

Am richtigen Platz

Also: Legen Sie den Fokus nicht ausschließlich auf die Arbeitsergebnisse, sondern schauen Sie mal genauer hin, wie sich Ihre Mitarbeiter fühlen und was Ihnen wirklich wichtig ist. Wenn Ihre Mitarbeiter spüren, dass Sie echtes Interesse an ihrer Person haben, werden sie sich Ihnen gegenüber öffnen. Und dies ist keine einseitige Beobachtung oder ein Aushorchen des Chefs: Vertrauen und Offenheit geht in beide Richtungen. Seien Sie selbst offen, geben Sie auch Privates von sich preis, zeigen Sie Ihrer Mannschaft, dass Sie ihr vertrauen – und zwar täglich in der Beziehungspflege, nicht nur ein- oder zweimal jährlich im Entwicklungs- oder Zielgespräch. Dann erhalten Sie auch die Informationen, die Sie brauchen, um Ihre Mitarbeiter an die jeweils passenden Stellen zu setzen.

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